Ministranten

Ministrant sein – was heißt das eigentlich?
Ministranten mit Priester am Altar

Ministranten mit Priester am Altar

 

Ministrant (auch Messdiener genannt) ist die Bezeichnung für einen Altardiener (lat. ministrare “dienen”) vor allem in der römisch-katholischen Kirche. Auch in manchen evangelischen und altkatholischen Kirchen gibt es entsprechende Funktionen.

Ministranten übernehmen als Assistenten des Priesters und des Diakons, zum Teil auch als Vertreter der Gemeinde, verschiedene Dienste im Gottesdienst:

Altardienst
Stolpener Ministranten beim Auszug

Stolpener Ministranten beim Auszug

Die Messdiener, die bei der Gabenreitung helfen, bringen die Hostienschale, den Kelch sowie das Wasser- und Weinkännchen zum Altar. Sie reichen dem Priester Wasser und ein kleines Handtuch (Lavabotuch) zur Händewaschung. Nach der Kommunion reichen sie das Wasser  zur Reinigung der Geräte und bringen diese wieder zur Kredenz zurück. Wenn eine eucharistische Anbetung im Anschluss der Heiligen Messe stattfindet, stellen die Ministranten die Monstranz auf den Altar. Bevor der Pfarrer die Monstranz anfasst, legt ein Ministrant ihm das Velum um. Beim Hochheben der Monstranz wird geläutet.

Weihrauch

An besonderen Festtagen wird bei uns Weihrauch verwendet. Wie der Rauch sollen unsere Gebete zu Gott aufsteigen. Ein Ministrant trägt das Schiffchen mit den Weihrauchkörnern. Der Schiffchenträger reicht es dem Priester oder Diakon, wenn dieser Weihrauch einlegen will. Der Messdiener kann bei Bedarf auch selbst Weihrauch einlegen. Zu dem Schiffchen gehört ein kleiner Löffel. Ein anderer Ministrant ist für das Weihrauchfass zuständig. Er reicht dem Priester oder Diakon das Weihrauchfass.

Kreuz

Die Ministrantin oder der Ministrant trägt das Kreuz bei Prozessionen und Beerdigungen voran.


Die Bedeutung der liturgischen Farben

Rot
Grün
Violett
Weiß
Schwarz

 


Wissenwerte Begriffe rund um den Altardienst

(Quelle: “Wir Minis” von Erich Schredl, Herder Verlag und “Das kleine Ministranten ABC” von Georg Schikart, Butzon & Bercker Verlag)

Der Altar

Er steht im Zentrum der Kirche und auf ihm wird das Gedächtnis an das letzte Abendmahl Jesu gefeiert. So ist der Altar ein Zeichen für Christus. Das Wort “Altar” bedeutet “Opfertisch”.

Der Ambo

Ist der Ort der Verkündigung, ein Lesepult. Von dort aus werden die Lesungen aus den biblischen Schriften vorgetragen, das Evangelium verkündet, die Predigt gehalten und die Fürbitten gelesen.

Lektionar und Evangeliar

Aus diesen Büchern werden während des Gottesdienstes die biblischen Texte gelesen.

Der Tabernakel

Ist ein wertvoll verziertes Gehäuse, unter dem sich ein sicherer Panzerschrank verbirgt. In ihm wird die Kommunion aufbewahrt, die in einer Messe übrig bleibt. Im “Brot des Lebens” ist Gott bei uns. Die Hostien werden im Tabernakel aufgehoben um sie bei Bedarf den Kranken zu bringen oder einem Sterbenden zu reichen.

Die Sedilen

Das sind Hocker, auf die sich Priester und Ministranten im Altarraum setzen. “Sedile” bedeutet ganz einfach “Sitzbank”.

Die Schale

In der Schale werden die Brotstücke hergerichtet, die in der Messe zum Leib Christi gewandelt werden (die so genannten “Hostien”). Damit viele hineinpassen, ist die Schale breit und tief.

Die Patene

Das ist ein ganz flaches Tellerchen, auf das nur eine oder zwei von den grossen Hostien passen, die der Priester in der Messe bricht. Falls die Patene überhaupt noch verwendet wird, dann legt man sie oben auf den Kelch. Manche verwenden den selben Begriff “Patene” für das Tellerchen und auch für die Schale.

Das Ziborium

Das lateinische Wort “Ziborium” bedeutet so viel wie “Speisegefäss”. Es sieht aus wie ein breiter Kelch und hat einen Deckel, mit dem man es verschliessen kann. Das Ziborium wird dazu verwendet die gewandelten Hostien im Tabernakel aufzubewahren, also in der Gestalt des Brotes unseren Herrn Jesus Christus selbst, wie er sich uns schenken will. Deshalb wird – um ihn zu ehren – oft auch ein kostbarer Stoffmantel darüber gehängt.

Die Kustodia

Auch die Kustodia wird zum Aufbewahren gebraucht. Allerdings hat sie nur Platz für eine einzige grosse Hostie. Der Name bedeutet “Wache”. Das kommt daher, dass diese eine Hostie immer im Tabernakel bleibt (hin und wieder wird sie durch eine frische ersetzt) als Zeichen dafür, dass Gott immer über uns wacht. Sie wird nur heraus genommen für eine Anbetung, zu einem besonders feierlichen Segen oder für eine grosse Prozession.

Die Pyxis

Darin werden Hostien aufbewahrt, die zu den Kranken getragen werden. Es ist wie ein kleiner Teller mit einem verschliessbaren Behälter für eine oder mehrerer Hostien.

Die Lunula

Das lateinische Wort “lunula” bedeutet “kleiner Mond”. Tatsächlich ist dieses Gefäss mondförmig. Es dient als Halterung für die grosse Hostie in der Kustodia, passt aber auch in das folgende Gefäss.

Die Monstranz

Du kennst vielleicht das Wort “Demonstration”: Da zeigen die Leute, welche Meinung sie haben. Genau so kommt das Wort “Monstranz” von “zeigen”. Dieses Gefäss wird dazu benutzt um die grosse geweihte Hostie (auch “Allerheiligstes” genannt) den Leuten zu zeigen. Manchmal wird die Monstranz auf den Altar gestellt, manchmal wird damit der Segen erteilt; bei der Fronleichnams-Prozession wird das Allerheiligste in der Monstranz durch die Ortschaft getragen. Du kennst die Monstranz bestimmt: Sie ist das grösste Gefäss von allen, meistens ganz golden und oft mit Edelsteinen verziert. In das Fenster in der Mitte kommt dann die Lunula mit der Hostie.

Der Kelch

Der Name des Kelches kommt aus der griechischen Sprache. Dort hiess “kalyx” so viel wie bei uns “Becher”. Allerdings ist unser Kelch ein besonders kostbarer Becher, meistens aus kostbarem Material wie Silber oder Gold. Er dient dazu den Wein aufzunehmen, der in der Messfeier zum Blut Christi gewandelt wird.

Das Kännchen

Damit Wein und Wasser im Kelch vermischt werden können, stehen zwei Kännchen auf einem Tablett bereit. Bei den gläsernen erkennt man gut in welchem was ist, in den silbernen ist auf dem Deckel ein Fisch für das Wasser und eine Traube für den Wein. Das Kännchen mit Wasser wird für die Handwaschung des Priesters bei der Gabenbereitung zusammen mit einem kleinen Tablett und dem Lavabotuch nochmals gebraucht. Zudem ein weiteres Mal, wenn der Kelch nach der Kommunion gereinigt wird.

Weihrauch

Auf die glühenden Kohlen im Weihrauchfass werden Weihrauchkörner gelegt, damit beim Inzensieren während der Liturgie ein wohlriechender Duft entsteht.
Die Weihrauchkörner werden im Weihrauchschiffchen mitgetragen.

Kerzen

Sie sind ein wichtiges Zeichen in der Kirche und es gibt sie in ganz verschiedenen Sorten und Arten.

Die Osterkerze

Sie ist die grösste und dickste Kerze im Gottesdienstraum. In der Osternacht entzündet der Pfarrer die neue Kerze am Osterfeuer, segnet sie und trägt sie mit dem Ruf “Lumen Christi – Christus, das Licht!” in die Kirche. An der Osterkerze wurde auch bei der Taufe deine Taufkerze entzündet und bei deiner Erstkommunion wieder. Das heißt: Auch uns schenkt Jesus sein Licht, er will uns durch unser ganzes Leben hindurch leuchten. Jesus Christus hat durch seine Auferstehung das Licht des Lebens in den letzten dunklen Winkel unserer Welt gebracht. Er macht unser Leben hell.