Bericht zum Ökumenischen Kreuzweg 2016

Ökumenischer Kreuzweg Schluckenauer Gebiet

Wir beten seit vielen Jahren – gemeinsam mit den evangelischen jung gebliebenen Ehepaaren – einmal im Jahr den Kreuzweg. Traditionell suchen wir uns immer einen Kreuzweg im Schluckenauer Gebiet (Tschechien).
Am Samstag, dem 17. März 2016 fuhren wir in langer Autokarawane von Sebnitz nach Schluckenau (Sluknov). Dort befindet sich in einer ansprechend gestalteten Parkanlage der historische Kreuzweg. Der Kalvarienberg mit dem Kreuzweg befindet sich im südlichen Teil der Stadt in der Křečanská Straße. Die gesamte Anlage ist ein Teil der städtischen Denkmalzone, die Objekte des Kreuzweges sind denkmalgeschützt und der Kern der Anlage ist als geschützte Fläche definiert.

Das Gelände des Kalvarienberges bildet eine vollwertige und selbständige Einheit von kunsthistorischer, regionalhistorischer und religiöser Bedeutung. Obwohl die einzelnen Bauten in verschiedenen Zeitepochen entstanden sind, verfolgten sie das ursprüngliche Ziel – für die Bürger der Stadt einen würdigen Raum zum alljährlichen Andenken an die Passionsereignisse zu schaffen. Die Absicht, auf dem Kalvarienberg einen Kreuzweg zu errichten, hängt der Sage nach mit dem Namen des Kaufmanns Anton Drößel zusammen. Dieser hat sich angeblich nach seiner Rückkehr von einer Wanderung vorgenommen, hier einen Kreuzweg zu errichten, wenn es ihm gelingt, sich in Šluknov (Schluckenau) erfolgreich niederzulassen. Die ersten Arbeiten sollten 1738 erfolgt sein, die Einweihung des Kreuzweges datiert jedoch erst um das Jahr 1756. Zu dem Kreuzweg gehören zwölf Stationen, deren Bau und Wiederaufbau von verschiedenen Spendern finanziert wurde, was unter anderem die Gründungsinschriften an den Stationen belegen.

Ökumenischer Kreuzweg Schluckenauer GebietAm Eingang zu dem Gelände befinden sich drei Kapellen – Kapelle Letztes Abendmahl Jesu Christi, Kapelle Gefängnis Christi und Kapelle Geißelung Christi. Die Kapelle Letztes Abendmahl Jesu Christi wurde 1873 von der Witwe Maria Anna Weber errichtet und ihr Bau kostete über 1.000 Gulden. Eingeweiht wurde sie am 29. September des gleichen Jahres durch den Leitmeritzer Bischof Augustin Paul Wahala. Die Kapelle Geißelung Christi wurde 1926 von Wilhelm Hill und seiner Frau errichtet und im gleichen Jahr am 28. März durch P. Wilhelm Franz Christian Rudolf eingeweiht. Über die dritte Kapelle, die Kapelle Gefängnis Christi ließ sich durch Archiv-Recherchen nichts feststellen. Die weiteren Kapellen auf dem Kalvarienberg sind die Kapelle Grab Gottes und ganz oben auf dem Berggipfel die Kapelle Kalvarie. Zum Kreuzweg gehört auch der Garten Getsemaneh am Eingang zu dem Gelände unter dem Berghang. In dem Garten findet man Sandsteinstatuen der liegenden Apostel Hl. Peter, Hl. Jakobus und Hl. Johannes sowie einen knienden Christus und einen Engel mit Kelch. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Denkmal für Gefallene und Verschollene des Preußischen Krieges und 1. Weltkrieges, ein kleines Denkmal für Friedrich Schiller und drei Baumalleen. Die Komplettrenovierung der Anlage erfolgte 1998 – 2005. Die Neueinweihung erfolgte am 10.09.2005.

Sabine Redenyi